- Schweinegrippe - die neue Massenhysterie
- Die Epidemie der Angst
- Masernepidemie in Luzern 2007
- Trotz Masernepidemie kaum zusätzliche Impfungen
Schweinegrippe - die neue Massenhysterie
von Anita Petek-Dimmer
Am letzten Samstag war die Welt noch in Ordnung. Dann wurden die Medien beglückt mit neuen Sensationen. Jede Zeitung, egal in welchem Land und zu welcher Zeit, brachte die Schlagzeilen auf der ersten Seite. Von Todesviren ist seitdem die Rede, von einer weltweiten Gefahr und Millionen von Toten. Was war geschehen?
In Mexiko sind einige Menschen an einer Grippe gestorben, die es anscheinend noch nicht gab. Nur zwei Tage nach den ersten Meldungen wurde berichtet, dass die Mexikaner mit dem Impfen angefangen hätten, gleichzeitig hiess es, man habe den genauen Erreger noch nicht feststellen können. Warum und was verimpft man denn dann?
Auch in Europa sind die Viren aufgetaucht. In der Schweiz sogar in einem Zug explodiert!
Sie sollen von Schweinen übertragen werden und deswegen nennt man die neue Grippe auch Schweinegrippe. Jetzt werden Menschen auf der Strasse schief beäugt, wenn sie husten oder niesen. Was spielt sich hier ab? Wie kann eine globale Massenhysterie mit einer derart simplen Botschaft in den Medien ausgelöst werden?
Immer wenn eine Massenhysterie auftritt, muss man sich die Frage stellen, wem nutzt es? In dem jetzigen Fall gibt es zwei Nutzniesser. Zu einen seien die Pharmahersteller genannt, an erster Stelle Roche. Bereits vier Tage nach Bekanntgabe der Schweinegrippe war in den meisten Apotheken der Schweiz das Grippemittel Tamiflu ausverkauft. Die Aktien von Roche sind nach wenigen Tagen bereits um knappe 10 Prozent gestiegen. Da lohnt eine kleine Hysterie sich doch. Zumal vor knapp einem Monat erst zugegeben wurde, dass Tamiflu nicht vor der Vogelgrippe schützen würde. Dass es nicht einmal vor einer ganz normalen Grippe schützen kann, wurde bereits knapp nach der Markteinführung vor etlichen Jahren bekannt. Und doch lesen wir in den Medien, „gegen die Schweinegrippe hilft nur Tamiflu“. Wenn die Schweinegrippe gefährlicher ist als die Vogelgrippe und diese selbstredend gefährlicher als eine normale Grippe sein soll, wie kann dann Tamiflu schützen?
Die ganze Schweinehysterie hat den Anschein, als ob hier ein gutes Marketing dahinter stecken würde. Hier wird mit einem unglaublichen Erfolg ein Medikament unter die Leute gebracht, das ausser einem hohen Preis und starken Nebenwirkungen nichts zu bieten hat. Wie wir jetzt als gutes Beispiel sehen können, muss nicht ein Produkt gut sein, sondern lediglich seine Vermarktung. Ausserdem müssen die Schutzmasken, die die Grossverteiler bei der Vogelgrippe eingekauft haben, an den Mann gebracht werden. Dies ist eine gute Gelegenheit, den Ladenhüter endlich loszuwerden. Zudem sind die Pharmahersteller, allen voran GlaxoSmithKline, bereits fleissig an der Arbeit einen Impfstoff zu produzieren.
Mexiko ist ein Land mit grossen Problemen. Seit Monaten ist in den Medien zu lesen und zu hören, dass Drogenbanden das Land nahezu in ein Chaos stürzen. Die Regierung ist gefordert und wie in den meisten Ländern auch, überfordert. Sie hat das Problem in keinster Weise im Griff. Was liegt näher, als das Problem auf eine altbekannte und auch in der heutigen Zeit übliche Art zu lösen? Man lenkt auf andere Dinge, die noch schlimmer sind. Ein gutes Beispiel für diese Vorgehensweise der Problembewältigung sehen wir seit einigen Monaten bei Peer Steinbrück, dem deutschen Finanzminister. Was lenkt die Aufmerksamkeit am Besten und mit absoluter Sicherheit von den Problemen im eigenen Land ab? Indem man laut schreiend auf andere, mit Vorliebe auf das Ausland zeigt! Das hat schon immer funktioniert.
Wir müssen lernen, hinter die Dinge zu sehen bei den Nachrichten zwischen den Zeilen zu lesen. So wurden wir informiert, dass in Mexiko 150 Menschen an der Schweinegrippe gestorben sind. Aber wenige Zeilen weiter steht, dass bei lediglich 20 Toten mit einiger Sicherheit gesagt werden könne, sie hätten das fragliche Virus gehabt. Woran sind denn dann die anderen gestorben? Also doch keine Pandemie? Nachforschungen bei den mexikanischen Gesundheitsbehörden bringen keine Klarheit: Es wird keine Auskunft über den Gesundheitsstatus der Verstorbenen vor der Krankheit gegeben. Was versucht man hier zu verstecken?
Gerne möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die USA bereits 1976 eine Schweinegrippe hatten. Bis jetzt ist das in den Medien noch nicht zu lesen gewesen. Der Grund dafür ist offensichtlich: Weil dann auch zugegeben werden müsste, dass die Bilanz nach einer grossen Hysterie in den USA und zig Tausend Schweinegrippe-Impfstoffopfer (wofür die Regierung noch heute Entschädigungen zahlt!) schlecht ausfiel. Es gab lediglich einen Grippetoten und bei ihm ist die Todesursache noch sehr fraglich. Einen ausführlichen Bericht darüber kann man in unserer Zeitschrift IMPULS Nr. 4 nachlesen.
Unsere Panikmacher haben viel gelernt in den letzten Jahren. So war noch bei der Vogelgrippe die Rede von einer Übertragung von Tier zu Tier und nur vielleicht auf den Menschen. Damit konnte man zwar Panik verursachen, aber sie hielt sich trotzdem in Grenzen. Nun sieht es anders aus, diesmal gibt es eine Ansteckung direkt von Mensch zu Mensch. Da lohnt die Panik sich und viele fallen darauf herein. Nur der Name ist etwas unglücklich gewählt: Schweinegrippe. Doch dem ist auch schon abgeholfen worden. Die EU hat bereits vorgeschlagen, den Namen in „Neue Grippe“ zu ändern, denn „wenn man weiter von Schweinegrippe reden würde, könnte der Eindruck entstehen, dass der Erreger wie bei der Vogelgrippe vom Tier auf den Menschen übertragen wird.“ Vielen Städtern wäre so keine Angst zu machen.
Die Weltorganisation für Tiergesundheit hat „Nordamerikanische Grippe„ als neuen Namen vorgeschlagen und Israel nennt sie jetzt schon „Mexikanische Grippe“, weil sie den Namen Schweingrippe beleidigend findet.
Beim Lesen der vielen Artikel, die allesamt in der Zeitung auf den Seiten zu finden sind, auf denen sonst nur Terroristen und andere bekannte und unbekannte Bösewichter stehen, kommen doch manchmal ketzerische Gedanken. Immer kommen die neuen Seuchen aus sehr weit entfernten Ländern oder Gegenden, die man oftmals auf dem Atlas erst noch mühsam suchen muss. Wer hat schon einmal von einer „Basler Grippe“ oder einem „Kieler Todesvirus“ gelesen? Es drängt sich der Gedanke auf, dass mit einem solchen Namen und einer solchen Herkunft nicht viel Staat, bzw. Angst zu machen ist. Wer hat schon Angst vor Baslern und Kielern?
Wie gefährlich sind denn nun Viren – neue oder alte?
Stellen wir uns folgendes Bild vor:
Jemand hätte die Idee, jeden einzelnen Schweizer nach Krankheitserregern zu untersuchen. Dann kämen eine Vielzahl von Viren und Bakterien zum Vorschein, die diese jetzige Schweinegrippehysterie bei weitem in den Hintergrund verdrängen würde. Die WHO würde sofort ihren 6-phasigen Pandemiealarmplan einleiten und mit freundlicher Unterstützung der USA und der EU eine sehr hohe und sehr breite Mauer um die ganze Schweiz bauen, die niemand überschreiten dürfte. Denn bei uns würden „Erreger“ gesichtet, die noch nie jemand sah und niemand kennt. Von 7,5 Millionen Toten wäre die Rede. Auch die Tier- und Pflanzenwelt würde eliminiert, bestimmt würde man Übertragungswege finden, so dass auch Maus, Biene & Co. dran glauben müssten. Schafe, Rinder und Ziegen sterben ja sowieso an der Blauzungenkrankheit. Die Schweiz wäre ein weisser Flecken auf der Landkarte und Peer Steinbrück müsste sich den Problemen im eigenen Land wieder widmen. Was für ein Szenario!
Und trotzdem würde kein Eidgenosse ernstlich krank werden. Warum nicht? Weil wir unser Augenmerk nicht auf Viren und Bakterien richten sollten, die ihren Namen als Erreger fälschlicherweise tragen. Es kommt immer auf die Grundgesundheit eines Menschen an.
Lassen wir uns nicht für dumm verkaufen von einer kleinen Handvoll Menschen, die nur Profit im Sinn haben und dafür buchstäblich über Leichen gehen. Was besonders in der heutigen Zeit verlangt wird, ist ein gut funktionierender, gesunder Menschenverstand.
Die Epidemie der Angst
Die Zeckenpopulation hat im Vergleich zum Vorjahr abgenommen
von Barbara Lehner
Dank flächendeckender Werbung in den Tageszeitungen ist es der Pharma gelungen, fast die ganze Schweiz in Angst und Schrecken vor den Zecken zu versetzen. In der Stadt Zürich beriet der Stadtrat über eine Impfempfehlung an die gesamten Schüler und ihre Angestellten. Sie wurde schliesslich auch herausgegeben, obwohl die Stadt gemäss BAG kein Zeckengebiet ist und gar keine "verseuchten" Zecken aufweist. In der Zürcher Langstrasse soll es sogar tumultartige Szenen vor dem Schulärztlichen Dienst gegeben haben, weil jeder die Impfung haben wollte. Was ist geschehen mit den Eidgenossen?
Hanspeter Zimmermann von der Sektion Impfprogramme beim BAG sagt dazu: "Das Risikoempfinden ist eine sehr emotionale Sache. Das Bild des Tieres hat eine starke Wirkung." Bei uns gilt jetzt vermutlich als Vorbild Österreich. Dort werden seit Jahrzehnten jedes Jahr stark vergrösserte Zecken in der Werbung gezeigt, um die Angst zu schüren. Auch hierzulande nennen die Zeitungen sie Monsterzecken oder Mini-Vampire. Ausserdem wird uns seit Februar erzählt, dass die Tiere sich wegen dem milden Winter stark vermehren konnten.
Das Gegenteil ist der Fall. Lise Gern, Leiterin des epidemiologischen Labors der Universität Neuenburg, überwacht seit elf Jahren jeden Monat verschiedene Zeckenpopulationen. "Dem Gefühl nach nehmen die Zecken zu", sagt sie. "Aber seit 1996 gibt es effektiv keinen Anstieg. Und in diesem Jahr gedeihen sie sogar schlechter als sonst." Im April 2007 hätten sie halb so viele Zecken gezählt wie im April des Vorjahres. "Es ist viel zu trocken und zu warm für die Tiere." Ausserdem würden die Populationen sich nicht mehr erholen, meint die Biologin, weil im April und Mai die Zeckendichte immer bereits am grössten sei.
Laut Novartis hat sich der hiesige Markt für die Zeckenimpfung von 2,7 Millionen Franken im Jahr 2005 auf 11,4 Millionen Franken im Jahr 2006 ausgedehnt. Heuer ist ein weiterer Zuwachs zu erwarten.
Was sagt die eidgenössische Impfkommission zu dieser Impfung? Sie empfiehlt sie seit 2006 jedem, der älter als sechs Jahre ist und sich in einem Endemiegebiet aufhält. Gleichzeitig aber gibt die Präsidentin der Impfkommission, Prof. Claire-Anne Siegrist, zu: "Jede Impfung muss gut überlegt sein. Das Risiko, von einer angesteckten Zecke gebissen zu werden, ist tatsächlich gering." Niemand stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, wieso die FSME-Fälle angeblich von 2005 auf 2006 so stark angestiegen sind, wenn doch bekannt ist, dass seit 1996 kein Anstieg der Zeckenpopulation zu erkennen ist. Hat diese Zunahme der FSME-Fälle nur auf dem Papier aber nicht in der Natur stattgefunden? Einen vernünftigen Grund für diese angebliche Zunahme kann niemand nennen. Auch ist es nicht nachprüfbar, wie das BAG zu den FSME-Zahlen kommt oder wie viele dieser Erkrankten Geimpfte waren. Hier müssten endlich Zahlen offengelegt werden. Aber daran ist man nicht interessiert. Schliesslich hat man erreicht, was man wollte: Die Schweizer rempeln und beschimpfen sich im Kampf um eine Zeckenimpfung, weil wir jetzt überall lesen können, der Impfstoff sei wegen der grossen Nachfrage bereits so gut wie ausverkauft.
Niemand erzählt diesen Menschen, dass nur die wenigsten Zecken das FSME-Virus enthalten und von den wenigen Menschen, die sich bei einem Stick "anstecken", erkranken viele gar nicht oder nur leicht.
NZZ a.S. 29.4.2007, NLZ 11.5.2007
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Masernepidemie im Kanton Luzern
Wie durch Hysterie aus einer Krankheit eine Epidemie entsteht
von Vlado Petek-Dimmer
Seit November 2006 ist eine neue Masernepidemie im Kanton Luzern aufgetreten. Laut Angaben der Kantonsärztin, Dr. Marty, wurden bis Ende März 2007 "über 110 Fälle" gemeldet. Genaue Angaben über die Aufteilung in Geimpfte und Ungeimpfte bei diesen Fällen konnte oder wollte sie keine geben.
Die ganze Geschichte wurde den Luzernern erst mehr oder weniger durch einen Artikel in einer kantonsfremden Zeitung bekannt. Mit den Worten: "In den letzten Wochen herrschte in Luzern Ausnahmezustand. Grund war nicht die Fasnacht, sondern ein Masernausbruch," wurde den Menschen in Luzern mitgeteilt, dass sie sich angeblich in grosser Gefahr befinden. Bis anhin war das den allermeisten nicht bewusst gewesen. Laut Zeitungsberichten wurden "vier Kinder ins Spital eingeliefert, eines wegen Verdacht auf Gehirnentzündung". Rund ein Dutzend habe Lungen- und Mittelohrentzündungen erlitten.
Wenn vier Kinder in das Spital eingeliefert werden und keine genauen Angaben über den Zustand der Kinder gemacht werden, so ist anzunehmen, dass diese Kinder das Spital kurz nach der Einweisung wieder verlassen haben. Eingewiesen wurden sie, weil der behandelnde Kinderarzt oder die Eltern z.B. Angst vor hohem Fieber hatten. Das wird immer wieder bei anderen Epidemien beobachtet, wie z.B. auch vor wenigen Jahren in Coburg. Trotzdem laufen diese Kinder von nun an unter "Spitaleinweisung bei Masernerkrankung".
Nach Rücksprache mit einigen Kinderärzten in der Region wurde uns mitgeteilt, dass sie in der eigenen Praxis auch einige Fälle von Lungen- oder Mittelohrentzündungen erlebt hätten. Diese seien aber problemlos z.B. mit der Homöopathie behandelt und geheilt worden.
Einige Eltern von ungeimpften, masernerkrankten Kindern teilten uns mit, sie seien vom Kantonsärztlichen Dienst angerufen und mit Vorwürfen und harschen Worten eingedeckt worden.
In den Meldeformularen über die Masernfälle sind weder Vor- noch Grunderkrankungen der Kinder, noch die Behandlung der Krankheit aufgelistet. Dies spielt aber eine grosse Rolle bei der Krankheit. "Normal gesunde" Kinder erkranken nicht schwer an den Komplikationen von Masern. Hier sind vor allem die fiebersenkenden Mittel als Behandlung anzusprechen, die in der Regel leicht zu schweren Komplikationen führen können.
Auch unser Sohn war ein Teilnehmer dieser Masernepidemie. Bereits nach vier Tagen konnte er die Schule wieder besuchen und wir alle haben über den ungeheuren Entwicklungsschub gestaunt, der sich nach der Krankheit gezeigt hat. Jedem Kind und Elternteil ist diese Erfahrung zu wünschen. Die Krankheit verlief so mild, dass wir nicht einmal die Hilfe unseres Homöopathen in Anspruch nehmen mussten.
Für die Präsidentin der Impfkommission, Prof. Claire-Anne Siegrist ist es nicht verwunderlich, dass im Kanton Schwyz bereits 2003 und nun in Luzern eine Masernepidemie auftrat. "Das ist kein Zufall. Luzern und Schwyz sind eine Gefahr," stellte sie fest. In diesen beiden Kantonen sei die Impfbereitschaft zwischen 2001 und 2005 stark gesunken. Als Hauptgrund vermutet das BAG den starken Einfluss von Alternativmediziner. In der Region Einsiedeln z.B. gebe es "deutlich mehr Homöopathen, was dazu führe, dass die Durchimpfungsrate viel tiefer sei als in anderen Regionen."
Wir von AEGIS möchten an dieser Stelle an alle Homöopathen im Raum Einsiedeln ein von Herzen kommendes Dankeschön für diese wunderbare Mitarbeit richten. Und mögen die Homöopathen in den anderen Regionen sich ein Beispiel an ihnen nehmen.
SonntagsZeitung 25.2.2007, NZZ 28.2.07, NLZ 26.2.07
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Trotz Masernepidemie kaum zusätzliche Impfungen
von Barbara Lehner
Über die Masernepidemie in der Schweiz, vor allem im Kanton Luzern, haben wir bereits im IMPULS Nr. 30 berichtet. In Luzern selber haben die Medien dieser Sensation nicht viel Aufmerksamkeit gewidmet. Umso mehr aber im Ausland. In Südtirol wurde in zwei verschiedenen Tageszeitungen gross darüber berichtet. Allerdings wurden die Tatsachen entsprechend der Entfernung vom Ort des Geschehens etwas zurechtgebogen.
Laut den dortigen Zeitungsberichten traten "in den vergangenen Tagen 414 Masernfälle auf, 236 davon im Kanton Luzern". Jeder zehnte Erkrankte müsse im Spital behandelt werden. Diese Meldungen erhielten die Südtiroler Zeitungen von der SDA, der Schweizerischen Depeschen-Agentur. Die SDA wiederum erhält ihre Informationen zu medizinischen Themen fast ausschliesslich von der Pharmaindustrie. Und in deren ureigenstem Interesse liegt es, genügend Angst vor den Krankheiten zu verbreiten um ihre Impfstoffe verkaufen zu können.
Man verschwieg den Südtirolern, dass diese Masernfälle nicht in wenigen Tagen, sondern innerhalb von neun (!) Monaten aufgetreten waren. Auch musste nicht jeder zehnte Erkrankte im Spital behandelt werden!
Trotz dieser Epidemie haben wir von AEGIS viele Anfragen von Eltern, die ein masernkrankes Kind suchen um ihrem eigenen Kind eine Ansteckungsmöglichkeit zu bieten. Die meisten erkrankten Kinder sind nicht geimpft worden, weil ihre Eltern das so wollten. Und laut Umfragen unter den Eltern und Nachfragen in den Kinderarztpraxen im Raum Luzern löst die jetzige Epidemie kein Umdenken aus. Eine Stichprobenerhebung bei Kinderärzten im Kanton Luzern zeigt, dass einzelne zusätzliche Impfungen verlangt werden, aber keine deutliche Zunahme stattfindet. Es gäbe zwar mehr telefonische Anfragen verunsicherter Eltern, aber nicht markant mehr Impfungen. Auch wir haben täglich etliche Anfragen zu den Masern. Die Eltern möchten sich noch einmal über diese Krankheit informieren. Eine regelrechte Angst unter den Eltern erleben wir nicht, im Gegenteil. Die meisten berichten uns, dass sie sich mit ihrem Homöopathen in Verbindung gesetzt haben, um festzustellen, ob er sich nicht gerade im Urlaub befindet, wenn seine Hilfe evtl. benötigt werden würde.
Die Eltern sehen zu viele Masernfälle im engsten Bekannten- und Verwandtenkreis unter geimpften Kindern, so dass sie an eine Schutzwirkung der Impfung nicht mehr glauben können. Kommt noch die Möglichkeit einer Komplikation nach der Impfung hinzu.
Sogar in den Tageszeitungen kommen hierzulande Ärzte zu Wort, die "froh wären, diese Erreger träten häufiger auf", weil die Kinder einen Entwicklungsschub erleben und gegen viele Erkrankungen im Erwachsenenleben gefeit sind.
Derzeit führt Prof. Gregor Schubiger, Leiter des Luzerner Kinderspitals, eine systematische Erhebung durch, ob unter dem Eindruck der grassierenden Masernepidemie die Zahl impfwilliger Eltern steigt. Wir dürfen auf das Ergebnis gespannt sein.
Dolomiten 18.7.07, Südtiroler Tageszeitung 17.7.07, NLZ 12.7.07
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